Schneeketten und Schnittchen – zum Jubiläum ist die 25. AvD-Histo-Monte ist in Rothenburg eingezogen

Die AvD-Histo-Monte rüstet sich in Rothenburg ob der Tauber zum Start in die Jubiläumsausgabe.

Rothenburg ob der Tauber hat sich rausgeputzt für die 25. Ausgabe der AvD-Histo-Monte, die – ob der grandiosen Gastfreundschaft – bereits zum vierten Mal in Folge in der schmucksten Stadt Mittelfrankens ihr Basislager aufgeschlagen hat. In vielen Schaufenstern der Altstadt prangen Rallye-Plakate, der AvD hat als Partner des technischen Supports während der fünf Tage die Flaggen bereits gehisst und die Pannenhelfer ihr Auto bestückt, und schon eine Woche vor Weiberfastnacht hat Bürgermeister Dr. Markus Naser den Schlüssel zum Rathaus übergeben. Allerdings ist kein Karnevalsverein eingezogen, sondern die Rallye-Orga belegt ab sofort den Sitzungssaal des Rathauses, weshalb die Lokalpolitik kurzfristig umziehen musste. Naser selbst muss sich den Weg in sein Büro seit diesem Montag durch die Dokumentenabnahme bahnen, die unmittelbar davor residiert.

Von den 69 gemeldeten Autos hat der größte Teil die Papierabnahme bereits hinter sich gebracht. Das Feld präsentiert sich zur 25. Ausgabe erfreulich bunt. 20 Hersteller und 56 verschiedene Fahrzeugtypen aus vier Jahrzehnten sind vertreten. Das älteste Auto im Feld ist in diesem Jahr ein Jaguar XK140 (Baujahr 1956) von Bernd Langanke und Martina Wagner, jüngstes Auto und ebenfalls eine Rarität: der 1996er Subaru SVX von Dr. Richard Gann und Gerrit Osswald. Mit 19 Autos stellt Porsche wie gewohnt die größte Kohorte, dass es nicht 20 wurden liegt an Dominik an der Heiden, der sich mit Beifahrerin Tina Annemüller eben kein Elfer- oder 914-Cockpit teilt, sondern diesmal einen Opel GT 1900 in der scharfen Gruppe-4-Version.

Auch in der Allradfraktion mangelt es nicht an Seltenheitswert: Lars-Hendrik Harsveldt und Laura Grasbon bringen einen seltenen VW Passat Syncro mit 5-Zylinder-Motor an den Start.

Die technische Abnahme haben bereits 51 Teams erledigt. Böse Zungen behaupten, mancher hätte sich bei der KÜS zwei Mal angestellt, schließlich sorgte KÜS-Chef Peter Schuler, selbst ein früherer Histo-Monte-Teilnehmer, für erhöhten Wellness-Faktor. Für die Teilnehmer gab es nicht nur eine reibungslose technische Abnahme, sondern auch noch Kaffee, Kuchen und Schnittchen. Und obendrein noch ein Geschenkpaket mit nützlichem Zubehör wie Verbandstasche, Warnweste, Taschenlampe, bis hin zum Messwerkzeug für die Reifenprofiltiefe.

Als Matthias Falkenthal nach zwei Jahren gesundheitlichem Kampf die gute Nachricht bekam, dass er wieder aufatmen kann, befand er: Ein Start bei der AvD-Histo-Monte wäre doch eine adäquate Veranstaltung, um das Leben zu feiern. Dann der nächste Schlag: Jetzt war der für den Event vorgesehene Porsche 964 Carrera 4 nicht gesund. Von weiteren 4.000 Kilometern auf der Uhr riet der Facharzt vor der Reparatur dringend ab. „Da musste ich mir ganz schnell noch ein neues Auto kaufen“, sagt Falkenthal zum frisch erstandenen BMW 325ix.

Falkenthal ist aber nicht der Einzige, der eigens ein neues Einsatzauto für die AvD-Histo-Monte anschaffte. Matthias Reiß aus der Nähe von Heilbronn wollte eigentlich mit einem echten Kracher auf dem Rothenburger Marktplatz stehen. Doch sein gerade erstandener Maserati Merak erlitt einen Motorschaden. Dummerweise hatte er den wunderbar tauglichen Volvo 544 gerade erst verkauft. Aber wie sagte Flight-Director Gene Crantz nach der Explosion im Sauerstofftank von Apollo 13: „Ein Fehlschlag ist keine Option.“ Reiß besorgte sich kurzfristig einen Porsche 993 Carrera Cabrio, um dieses Wochenende nicht zu verpassen.

Die Frage ist, ob es reichlich Gelegenheit geben wird, das Verdeck zu öffnen. Während diverse Teams im fast knochentrockenen Rothenburg schon unkten, sie hätten die Schneeketten auch zuhause lassen können, zeigen Webcam-Bilder den 1.607 Meter hohen Col de Turini in Weiß. Im Rallyebüro ging ein Anruf vom Col de Lautaret ein: „Wir freuen uns auf euch“, lässt die Besatzung des Cafés auf der Passhöhe ausrichten, nicht ohne zu erwähnen, dass ein Sturmtief im Anzug ist. Die Prognose für das 2.058 Meter hohe Dach dieser AvD-Histo-Monte: 50 Zentimeter Neuschnee kommt einen Tag bevor der Tross einen der ganz wenigen offenen Pässe im Winter passieren möchte. Und auch der 24-Stunden Vorauswagen meldet von den ersten Prüfungen am morgigen Dienstag schon erste – noch harmlose – Schneepassagen.


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